Baby Expat – willkommen in dieser Welt

Ein Interview von Doris Traudt mit Mutter- und Kind-Coach Tanja Klein

Doris: Ich schätze, dass mindestens die Hälfte aller Expats im Ausland Kinder bekommen. Welche Tipps hast du für diese Weltenbummler?

Tanja: Nach der ersten Freude über die Schwangerschaft kommt bei vielen werdenden Eltern erst einmal eine große Verunsicherung und viele Fragen auf wie: Ist eine Geburt in diesem Land sicher? Sollte ich nicht doch lieber zur Geburt zurück ins eigene Land? Je nach Einsatzgebiet und der ganz individuellen Vorstellung der Wunschgeburt fallen die Antworten auf diese Fragen ganz unterschiedlich aus. Vieles kann man im Vorfeld klären, aber in vielen Fällen behindern eigene Ängste und Sorgen den klaren Blick auf die passende Entscheidung. Wo hast Du damals Deinen Sohn bekommen?

Pro und contra Kaiserschnitt

Doris: Mein Sohn ist in München auf die Welt gekommen. Wir haben abgewartet bis die Fruchtblase geplatzt ist und dann ging es direkt in die Klinik. Er hatte sich nicht gedreht und als wir das manuell machen lassen wollten setzten die Herztöne aus. Da war dann klar, dass wir von einer spontanen Geburt Abstand genehmen müssen. Ich war übrigens sehr froh, dass es die Möglichkeit des Kaiserschnittes gab, denn ich hatte wirklich Sorge um mein Kind. Zu keinem Zeitpunkt kam mir der Gedanke, dass dies keine „richtige Geburt“ war. Das sagten mir erst einige Frauen viel später auf dem Spielplatz. Ich konnte das sogar nicht verstehen. Was soll denn der Wettbewerb? Wichtig ist doch nur, das Kind lebt!

Tanja: Natürlich hat die spontane Geburt für Mutter und Kind viele Vorteile, aber Sicherheit geht immer vor. Und viele gute Aspekte der natürlichen Geburt können auch bei einem Kaiserschnitt noch nachgeholt werden wie z.B. die spätere Aussetzung der mütterlichen Bakterien für eine gesunde Darmflora. Und sollte mental diese präntale bzw. natale Erfahrung noch stressen, so kann ein dafür ausgebildeter Coach dies auch im Nachgang gut auflösen. Ich sage immer: „Es ist nie zu spät für eine glückliche Geburt“. Und das gilt für Mutter und Kind!

Doris: Da gebe ich Dir recht. Man kann auch direkt nach einem Kaiserschnitt noch die wichtige Erfahrung der natürlichen Geburt nachholen. In Johannesburg wird zum Beispiel der Preßkaiserschnitt gemacht. Dabei kann das Kind im Nachgang noch die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, durch den Geburtskanal gepresst zu werden.

Entspannte Geburt im Ausland

Doris: Was ist aus Deiner Sicht der wichtigste Punkt für eine entspannte Geburt im „Fern der Heimat“?

Tanja: Je entspannter ich als Mutter bin, umso besser geht es meinem Kind im Bauch – und meist dann auch unter der Geburt. Damit dies Deinen Leserinnen bestmöglich gelingt, habe ich meine ganz persönlichen 4 besten Tipps für eine entspannte Geburt und die Zeit danach zusammengestellt:

1. Lösen Sie noch vor der Geburt vorhandene (Geburts)-Ängste oder undienliche Gedankenmuster auf: Sehr viele Frauen haben Angst vor einer schmerzhaften Geburt oder beruflich mit Kind am Bein nie wieder Fuß zu fassen. Ein guter Coach kann mit der Methode wingwave hier in kurzer Zeit eine deutliche Entspannung für Mutter und Kind erreichen. Sollten Sie vor Ort keinen Coach finden, suchen Sie im Netz nach Skype- bzw. Online-Coaching.

2. Starten Sie schon im Bauch eine liebevolle Beziehung mit Ihrem Kind. So können Sie als Team gemeinsam die Geburt leichter bewältigen und sorgen von Anfang an für die maximale Liebesfähigkeit Ihres Kindes im Bauch! Diese Verbindung entsteht und festigt sich u.a. durch liebevolle Berührungen des Babybauchs und die Kommunikation mit dem noch Ungeborenen. Besonders wertvoll empfand ich hierfür die Geburtsvorbereitung mit Haptonomie. Hierbei wird auch der Partner mit einbezogen und er lernt von Anfang an eine gute Beziehung zu dem Baby aufzubauen. Darüber hinaus bekommt er dort (oder den Büchern oder Filmen) gezeigt, wie er Mutter und Kind unter der Geburt gut unterstützen kann.

3. Konzentrieren Sie sich auf sich – und vermeiden Sie Horrorgeschichten anderer… Bitten Sie andere Menschen darum, Ihnen ihre ganz persönlichen Geburtsgeschichten zu ersparen und meiden Sie nach Möglichkeit Schwangerenforen. In beiden Fällen droht die Gefahr, sich unnötig durch belastende Erzählungen zu stressen. Vertrauen Sie lieber in sich und Ihre innere Weisheit, ein Kind zu gebären. Dies gelang mir persönlich beim zweiten Kind sehr gut mit Hpynobirthing (siehe Buchtipp), was ich als tolle Ergänzung zur Haptonomie empfunden habe.

4. Hören Sie auf Ihr Gefühl – auch nach der Geburt und lassen Sie sich von anderen Menschen nicht verunsichern. Sie haben selbst ein sehr gutes Gefühl, was Ihr Kind braucht und was Ihnen als Team gut tut. Lassen Sie sich durch andere Menschen nicht verunsichern. Mein Gefühl sagte mir z.B., dass meine Kinder ungern alleine schlafen, gerne viel getragen werden und noch längere Zeit die Muttermilch brauchen. Da hat es mich im Nachgang sehr entlastet zu lesen, dass mein „Gefühl der Kindererziehung“ sogar einen Namen hat („Attachment Parenting“) und das die WHO Stillen bis zum Vollendeten 2. Lebensjahr empfiehlt.

Service:

Doris Traudt
Doris Traudt
Coach für die hochmobile Familie bei I am home

Doris Traudt bietet zusammen mit Ihrem Experten-Team von ‚I am home‘ ergebnisorientiertes und emphatisches Coaching für Expatriates und hochmobile Familien.


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