Expat mit Katze

Expat mit Katze: Auch Expats haben Tiere – so genannte ‚Expets‘

Als Expat mit Katze ist das Leben manchmal nicht ganz so einfach. In meinem Beitrag möchte ich Ihnen heute von meinen Erfahrungen mit unseren Tieren beim Umzug erzählen.

Es war vor einigen Jahren. Wir waren gerade in der Phase unseres Lebens, in der wir uns entschieden hatten: Wenn es möglich ist, möchten wir gerne einmal als Familie im Ausland leben. Da passierte es. Eine Freundin stand mit einem roten Karton vor unserer Tür, und in diesem Karton miaute es – und wie!

So, nun waren wir also zu viert. Mein Mann, ich, unser achtjähriger Sohn und eine sechs Wochen alte Katze. Da sie sehr schnell war, nannte unser Sohn sie „Flitzi“. Prompt kam nach ein paar Monaten das Auslandsangebot und wir nahmen es an.

Wie geht das denn, mit Katze nach Südafrika fliegen?

Von unserer Katze trennen? Keine Chance. Schon nach einigen Tagen war klar, wir gehen nicht ohne unsere Katze. Klasse, dachte ich – DAS auch noch? Und nun? Wie geht das denn, mit Katze nach Südafrika fliegen?

Aber wie so oft, die Hilfe war schon da. In der Klasse von Moritz gab es ein Mädchen, das mit seiner Familie gerade ein paar Jahre in der Schweiz und zuvor in den USA gelebt hatte – mit Hund und Vogel. Die Mutter des Mädchens war Tierärztin und sehr praktisch veranlagt. Nach einigen Wochen stand für sie fest, dass sie wieder als Tierärztin arbeiten würde. Ich sah sie in einem ehemaligen Tante-Emma-Laden die Wände streichen. Sie stellte sich mir als Ariadne vor und wir kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später eröffnete sie ihre Praxis.

Unser Kater war einer der ersten Patienten und wurde konsequent auf seine Reise nach Afrika vorbereitet. So erhielt ich ganz nebenbei auch viele tolle Tipps für die Phasen des Übergangs. Noch hatte ich keine Ahnung, als wie wertvoll sich diese erweisen sollten. In ihr hatte ich eine Freundin gefunden, die mir mit Rat und Tat zu Seite stand und noch dazu eine erfahrene Ex-Expatmutter war. Und unser Kater hatte eine gute Tierärztin gefunden.

 

Alle Auflagen erfüllt

Einige Wochen später ging es dann bei uns los. Der Kater mit allem Zubehör und allen erfüllten Auflagen (eine Katzenbox nach den Bestimmungen der Fluggesellschaft, einen Tierpass, alle Impfungen sowie einem Besuch beim Amtstierarzt einige Tage vor dem Abflug). Ariadne hatte sogar beim entgegennehmenden Tierarzt in Johannesburg angerufen und unseren Kater angekündigt!

Am Abflugtag ging es zum Cargo-Bereich, dort wurde Flitzi entgegen genommen und wir ließen uns zusichern, dass kein Hund in unmittelbarerer Nähe transportiert werden würde. Auch versicherte man uns, dass seine Unterbringung im Flugzeug warm sei und Flitzi genug Wasser bekomme. Auf der Transportbox hatten wir noch ein Bild von ihm und eine Leine, falls er am Flughafen einmal rausgenommen werden sollte. In der Box gab es Saugunterlangen und ein T-Shirt unseres Sohnes, Spielzeug mit Katzengras und, und, und. Wir gaben uns alle Mühe, ihm den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch hatten wir in den Wasserbehälter Eis gegeben, damit das Wasser auch schön frisch bliebe. Dennoch plagte uns das schlechte Gewissen, als wir ihn alleine zurück ließen. Naja, wir waren eben unsicher.

In Johannesburg mussten wir nach der Landung und dem Grenzübertritt wieder zum Cargo-Bereich gehen und nahmen dort unseren geliebten Kater in Empfang. Zunächst sah er irgendwie leicht zerzaust aus. Nach zwei Stunden im neuen Haus war er aber wieder ganz der Alte. Wir waren ziemlich erleichtert.

 

Ist es eher Tierquälerei ein Tier mitzunehmen oder zurück zu lassen?

Es gibt Zeitgenossen, die der festen Überzeugung sind, dass wir Menschen so einen Transport im Flugzeug einem Tier nicht zumuten sollten. Wenn diese Einschätzung zutrifft, senken wir voller Scham unsere Köpfe. Auf der anderen Seite brachten wir es einfach nicht übers Herz, unseren geliebten Kater zurück zu lassen. Und alle von uns befragten Tierärzte hatten uns versichert, dass man dies unserer Katze problemlos zumuten könne.

Der Kater war also angekommen und wir hatten ihn im Freien einige Tage an der Leine. Denn so ganz sicher waren wir nicht, ob er auch zurückfinden würde, wenn wir ihn laufen ließen. Aber unsere Sorge war völlig unbegründet. Der Kater war fit und fand seinen neuen Garten total genial. Nachts wollte er raus und löste mit schöner Regelmäßigkeit die Alarmanlage aus. Das brachte nicht nur uns um den Schlaf. Eine Woche Freigang für den Kater bedeutete gleichzeitig eine Woche lang jede Nacht Alarm. Unsere neuen Nachbarn überschütteten uns mit guten Ratschlägen. Kurz: Die Alarmanlage wurde neu eingestellt und ein Fest mit den Nachbarn gefeiert. So schaffte es unser kleiner Kater, dass wir sehr schnell Anschluss in der Nachbarschaft fanden. Es ist in Johannesburg nämlich gar nicht üblich, dass sich Nachbarn gegenseitig besuchen.

Zwei Jahre lebten wir dort, als eines Tages am Abend ein Autofahrer den schwarzen kleinen Kater übersah. Wir waren sehr, sehr traurig.

Ein Leben ohne Katze ist möglich, lohnt sich aber nicht.

Einige Monate lebten wir danach ohne Katze. Doch längst hatte das geflügelte Wort ”ein Leben ohne Katze ist möglich, lohnt sich aber nicht” Einzug in unsere Familie gehalten. Mir ist bewusst, dass dieses Bonmot im Original von Loriot stammt und sich eigentlich auf Möpse bezieht. Wir haben es auf unsere Situation angepasst, denn es entsprach sehr genau unserem Empfinden.

 

Auf ein Neues

Wir suchten und fanden zwei Kätzchen. Zwei Brüder, die gerade eben zur Welt gekommen waren. Wir nannten sie „Fluffy“ und „Yebo“. Fluffy, weil der eine einen buschigen Schwanz hat, Yebo, weil wir dieses Wort aus der Sprache der Zulu, – es bedeutet ‘ja’ -, so schön fanden.

So lebten wir dort weitere drei Jahre. Dann stand die Rückreise vor der Tür. Wieder das gleiche Dilemma. Zurücklassen oder mitnehmen? Wieder entschieden wir uns für das Mitnehmen. Und diesmal entschieden wir uns auch dafür, die beiden Kater als Handgepäck in die Kabine mit zu nehmen. Gott sei Dank gab es ein entsprechendes Angebot der Lufthansa. Die Vorschriften bei Lufthansa lauteten: maximal zwei Tiere in der Kabine, jedes Tier darf nicht mehr als 5 Kilo wiegen. Also wurde Yebo auf Diät gesetzt.

Für die Einreise nach Deutschland brauchten die Katzen nicht nur eine Tetanusimpfung, sondern zusätzlich die Bestätigung eines amtlich zugelassenen Labors, dass der Titer perfekt sei, die Impfung also wirklich angeschlagen habe. Auch hier mussten wir einige Tage vor dem Abflug zum Amtstierarzt, mit allen Papieren. Doch diesmal kamen sie eben mit in die Kabine.

Es war wieder ein Nachtflug. Wir stellten uns vor, dass wir entspannt schlafen und die Katzen ebenso entspannt auf unseren Schößen ruhen. Wenn sie uns brauchen, dann sind wir sicher ganz schnell da und geben ihnen Nähe und Vertrauen. Fluffy und Yebo sahaen das anders und protestierten. Es bedurfte vieler Streicheleinheiten und Spaziergänge durch die Reihen, bis sie sich beruhigten. Die Plätze um uns herum waren fast ausnahmslos von Ladies und von Gentlemen besetzt, die uns das Gemaunze nicht übel nahmen. In Frankfurt angekommen sahen diesmal vor allem wir zerzaust aus.

 

Fazit

Fliegen mit Tieren ist möglich. Stress haben die Tiere aber immer. Ganz egal, ob in der Kabine oder im Laderaum. Für uns Tierbesitzer ist es dennoch einfach besser, die Tiere bei uns zu haben. Denn ganz oft bekommt man auch Geschichten zu hören, dass Tiere verloren gehen, oder ähnliche grausame Geschichten. Wenn ich noch mal mit meinen Katzen fliegen müsste, würde ich sie wieder mit in die Kabine nehmen. Auch wenn das laut werden kann.

 

Diese Internetseiten kann ich Ihnen empfehlen, wenn es um das Reisen mit Pets geht.

Einreisebestimmungen
Petsontour
Peta

Selbstverständlich kann ich Ihnen auch meine Freundin wärmstens empfehlen:

Tierarzt in Heidelberg

 

Welche Erfahrungen haben Sie denn gemacht? Wie haben es Ihre Tiere vertragen, von einem Land in das andere zu wechseln? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Erlebnisse!

Doris Traudt
Doris Traudt
Coach für die hochmobile Familie bei I am home

Doris Traudt bietet zusammen mit Ihrem Experten-Team von ‚I am home‘ ergebnisorientiertes und emphatisches Coaching für Expatriates und hochmobile Familien.


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