Unser Buchtipp des Monats

Was gibt uns Halt? – Die Frage aller Expat-Eltern.

Heute möchte ich Euch eine Autorin vorstellen, die unter anderem ein wunderbares Kinderbuch verfasste, das, – einige Jahre gereift – jetzt in die Welt entlassen wurde, zur Erinnerung für ihre Tochter, zum Mutmachen und zur Vorfreude auf den Wandel, der ihr Leben prägt.

 

Etwas Festes, etwas Bleibendes

Dieses Buch wurde aber auch geschrieben, um etwas zu schaffen, das bleibt, das seinen festen Platz in der Welt der Bücher hat. Es ist eine Hommage an alle Kinder, die zu echten Weltenbummlern geworden sind, und es half einer Mutter, ein Thema zu durchdringen, das so intensiv und facettenreich ist, dass es den Einzug in ihre Phantasiewelt schaffte.
 

Worin findet Ihr Halt?

Viele von uns haben angefangen zu bloggen. Einige sind Fotografen geworden oder haben Theaterstücke geschrieben. Manche schreiben Gedichte oder malen, sind Sammlerinnen und Rahmenbauerinnen geworden. Ich bin gespannt zu erfahren, was Ihr macht. Wie geht Ihr mit den häufigen Umzügen um? Worin findet Ihr Halt? Was gebt Ihr Euren Kindern mit, wenn sie das Elternhaus verlassen? Wie haltet Ihr das Flüchtige fest?
 

Die Autorin Anne Kordasch lässt uns in ihr Leben blicken.

Unsere junge Familie lebt ihren Berliner Alltag. Der Vater geht in sein Büro im Auswärtigen Amt. Die älteste Tochter ist gerade in die Schule gekommen. Die Mittlere hat noch ein Jahr Zeit. Die Kleine ist sowieso gerade erst gekommen. Die Große lernt lesen, die Mittlere Mohrrüben schälen, Bad putzen und Kekse backen, die ganz Kleine sitzen, essen, stehen. Im Herbst kommt die Vakanzenliste raus, und wir Eltern müssen uns überlegen, welche Posten wir angeben.
 

Im nächsten Sommer sollen wir wieder ins Ausland gehen.

Wir behalten unseren Gedankensturm so lange für uns, bis wir unsere Wahl getroffen und an die Personalabteilung gegeben haben. Dann sprechen wir mit den Kindern über den Umzug und die in Frage kommenden Orte. Mit den beiden „Großen“, die Kleine quiekt immer vergnügt dazwischen.
 

Was aber kann man den Kindern tatsächlich sagen?

Es gibt doch so vieles, das wir selbst noch nicht wissen. Nur eines ist schon jetzt klar: es wird eine große Veränderung für jeden von uns.
 

Ein Buch muss her.

Weil ich ohnehin immer geschrieben habe, beschließe ich, ein Buch für meine Lesetochter zu schreiben. Ich möchte ihr eine Geschichte an die Hand geben. Eine Geschichte, die nicht ganz die eigene ist, die aber nah genug an ihrem Leben ist, dass sie ihre Situation darin wiedererkennt und leichter verarbeiten kann. Ein siebenjähriges Mädchen erzählt, wie es mit seiner Familie ins Ausland zieht.
 
Bei uns ist bald klar, dass es nach Paris gehen soll. Die Familie im Buch zieht nach Moskau. Das hat für mich beim Schreiben den Nostalgie-Vorteil, denn das ist einst mein erster Posten gewesen, damals noch als Russisch-Übersetzerin. Im späten Frühling darf ich dann erleben, wie meine älteste Tochter der zweiten das Buch vorliest, und wie sie die Details gemeinsam besprechen: „Du, das hat Mama bestimmt mit Absicht geschrieben, weil es bei uns auch so ist!“
 

Etliche Jahre später

– unsere Familie ist nach den Pariser Jahren längst über Berlin nach London weitergezogen – derzeit bereitet sich unsere älteste Tochter auf ihr Abitur vor. Sie wird im Herbst wegziehen. Das kennen wir ja. Sie wird aus dem Elternhaus ausziehen. Das ist neu, nicht nur für sie.

Ich nehme mir das Kinderbuch aus frühen Tagen wieder zur Hand und beschließe, es neu zu überarbeiten.

Finde in Berlin eine Künstlerin, die in Moskau studiert hat, selbst eine siebenjährige Tochter hat und sofort von dem Buch begeistert ist: Jakob Knapp. Im Sommer taucht sie einige Wochen ab und schafft einen Schatz liebevoller Bilder zu dem Buch. Ihre Tochter schreibt mit Hingabe die Kapitelüberschriften. In den behutsamen Händen der Potsdamer Grafikdesignerin Verena Postweiler entsteht aus alledem das greifbare Buch, rechtzeitig zum Auszug meiner Tochter. Ich bin glücklich und lege es auch anderen Eltern für ihre Umzugskinder ans Herz.

 
Anne Kordasch, London
Eine Geschichte für Kinder, die ins Ausland ziehen
Hier geht es zum Buch …

Doris Traudt
Doris Traudt
Coach für die hochmobile Familie bei I am home
Doris Traudt bietet zusammen mit Ihrem Experten-Team von 'I am home' ergebnisorientiertes und emphatisches Coaching für Expatriates und hochmobile Familien.
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